Marcello C - Diavolo - Erfahrungen

 

Als Goldschmiedemeister und Juwelier werde ich oft beneidet. So nahe an der Quelle funkelnder Edelsteine, handgemachter Schmuckstücke und exklusiver Uhren wünschen sich viele meiner Freunde und Kunden. Dabei sind die Wünsche und Träume der Geschlechter naturgemäß ganz unterschiedlicher Art. Denn während die Damenwelt meist verliebt die Edelsteine anblinzelt, sorgen bei den Herren eher hochwertige Uhren für beschleunigten Herzschlag.

 

 

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(Drei Jahre Tragezeit haben Spuren hinterlassen. Diese lassen sich jedoch problemlos aufarbeiten. Das Ergebnis der Aufarbeitung ist am Ende der Seite zu finden.)


Auch als Fachhändler hat man die Qual der Wahl. Meist ist es das Besondere und Einzigartige was uns fasziniert. Und da geht es dem Kunden wie dem Fachmann. Dinge, die uns von der ersten Sekunde an begeistern, sind gefragt. Aus meiner Verkaufserfahrung heraus würde ich auch sagen, dass es meist dieser entscheidende erste Augenblick ist, der uns die „guten“ Entscheidungen treffen lässt. So ging es mir vor gut 3 Jahren, Ende 2011, als ich mich für die Marcello C Diavolo als Chronograph ( Ref. 2022.1.A ) entschied. Diese Uhr gefiel mir von der ersten Sekunde an und verfügte darüber hinaus mit dem schweizer Automatikwerk Valjoux 7750, kratzfestem Saphirglas, Edelstahlgehäuse und Glasboden, der edlen Verarbeitung und nicht zuletzt dem Silikonband (damals noch unterschätzt) über die nötigen technischen Voraussetzungen dafür ein treuer Begleiter zu werden. Und das wurde sie in der Tat.

 

Ein rutschender Stoppsekundenzeiger kurz nach der Auslieferung blieb seither die einzige Beanstandung. Und die wurde vom Marcello C Service sehr schnell und vor allem wirkungsvoll behoben. Das ist ein für mich entscheidender Punkt, der mich die Marke mit bestem Gewissen weiterempfehlen lässt. Auch mit dem Tragekomfort, der Wartungsfreundlichkeit, Ganggenauigkeit (siehe Werte unten) und der soliden Verarbeitung bin ich sehr zufrieden.


Doch nun zur Bestandsaufnahme:

Nach gut 3 Jahren im Einsatz am Handgelenk eines Goldschmieds (da unsere Werkstatt an das Ladenlokal angeschlossen ist und ich regelmäßig die Arbeit unterbreche, um Kunden zu bedienen, nehme ich die Uhr sehr selten vom Arm) ist die Uhr in einem erstaunlich guten Zustand:

 

Abgesehen von der Lünette, die einige deutliche Macken abbekommen hat. Die Lünette ist aber Wartungsfreundlich. Somit ist die Aufarbeitung problemlos möglich.

 

Das Saphirglas wirkt neuwertig.

 

Am Gehäuse finden sich geringfügige Spuren.

 

Am meisten erstaunt das weiße Silikonband. Es lässt sich hervorragend reinigen und ist dementsprechend in sehr gepflegtem Zustand. Ich hätte zu Beginn nicht geglaubt, dass es sich trotz Werkstattnutzung so bewährt. Zwar schwitzt man an heißen Tagen unter dem Silikon etwas mehr, im Gegensatz zu Leder saugt es sich jedoch nie voll. So, dass man es jederzeit unter fließend Wasser reinigen und mit einem Tuch trocknen kann.

 

Die Faltschließe hat naturgemäß einige Gebrauchsspuren. Auch diese werden sich weitgehend beseitigen lassen.

 

Unsere neue Zeitwaage attestiert der Diavolo ebenfalls noch immer beste Werte. Eine Überholung ist zu diesem Zeitpunkt nicht nötig. Auch im echten Tragebetrieb war die Marcello bisher immer zuverlässig und genau. Eine mechanische Uhr sollte tendenziell so eingestellt sein, dass sie minimal vorgeht. In der Praxis musste ich die Uhr bislang selten nachstellen.


Der gute technische Zustand gab mir die Möglichkeit im Zuge einer äußerlichen Reinigung auch meine Idee von der Anfertigung einer Mokume-Gane Lünette für die Marcello C umzusetzen.

Der Chronograph hat ein massives Gehäuse
Band Demontage
Marcello Demontage
Diavolo mit Valjoux 7750
Marcello C 2022 Schliesse
Vor der Reinigung
Vor der Aufarbeitung

Es folgte die gründliche äußerliche Aufarbeitung des Marcello C Chronographen

 

Dazu gehörten folgende Arbeiten:


Reinigen aller Bauteile; nach einer Dichtigkeitsprüfung wurden Gehäuse, Band, Stifte, und Faltschließe mit Wasser und Reinigungsflüssigkeit gesäubert. Die Faltschließe wurde im Ultraschallbad gereinigt.

 
Grobe Kratzer, vor allen Dingen an Lünette und Schließe, aber auch an den Hörnern wurden ausgeschliffen.

 
Es folgte die Politur der o.g. Bauteile bzw. der Hochglänzenden Stellen. Da keine Abnutzung am Gehäuseboden vorlag und eine Politur hier die Herstellergravuren verwaschen würde, verzichteten wir an diesem Bauteil darauf.


Bereiche der Schließe und des seitlichen Gehäuses wurden nachmattiert.


Sichtkontrolle und Endmontage: Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden!

Anfertigung einer Mokume-Gane-Lünette

01.08.2015 / Ein Erfahrungsbericht von Mark Zwehn / Goldschmiedemeister